Seit dem 1. Februar 2004 wird an der Grundschule Volkmarode Sprachförderunterricht vor der Einschulung erteilt. Dadurch soll erreicht werden, dass alle Kinder bei ihrer Einschulung über so ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, dass sie erfolgreich am Unterricht der 1. Klasse teilnehmen können.
Die Schule hat im Herbst 2003 nach einem vom Kultusministerium festgelegten Verfahren die Sprachkenntnisse ihrer zukünftigen Erstklässler überprüft. Dabei wurde bei 4 Kindern der Volkmaroder Grundschule ein besonderer Sprachförderbedarf festgestellt. Das Kultusministerium sieht für 4 Kinder insgesamt 6 Stunden Sprachunterricht vor.
An dieser Schule sind diese Stunden in Abstimmung mit den Wünschen der Eltern und des Kindergartens auf 3x2 Unterrichtsstunden pro Woche aufgeteilt worden, die jeweils vormittags ab 8.00 Uhr erteilt werden. Danach werden die Kinder von einem Taxi abgeholt, um den weiteren Vormittag wie gewohnt im Kindergarten bzw. zu Hause zu verbringen.
Die Sprachförderung findet in der Grundschule Volkmarode in einem eigens von der Schule für diese Kinder hergerichteten Raum statt. Dadurch, dass in den Nachbarräumen Grundschulklassen unterrichtet werden, ist gewährleistet, dass die Sprachförderkinder wirklich Schule erleben und auch lernen, sich in diesem Umfeld zu orientieren. Auf diese Weise kann bei den Kindern ein Gefühl von Kontinuität entstehen, wodurch das bisher Erarbeitete nicht nur in Mappen, sondern auch vor Ort präsent ist.
Gearbeitet wird nach einem Lehrplan des Kultusministeriums in dem folgende Themen im Mittelpunkt stehen: "Ich und Du", "Sich orientieren", "Miteinander leben". Innerhalb dieses Rahmens finden Lernprozesse statt, die sich an aktuellen Ereignissen (Fasching, Ostervorbereitungen usw.) und den spontanen Interessen der Kinder (Mitbringen von Spielen, äußern von Spielwünschen usw.) orientieren.
Auch wenn die Kinder in diesem Unterricht an das Lernen in der Schule herangeführt werden, erfolgen alle Lernprozesse in spielerischer Art. Mit Hilfe von Handpuppen und anderen Spielsachen, sowie Bilderbüchern, Lernspielen, Kinderreimen, Kreisliedern usw. werden den Kindern motivierende, altersentsprechende Lernsituationen geboten. Besondere Bedeutung wird dabei der Versprachlichung des Erlebten beigemessen, um Hören und Verstehen zu üben und den aktiven und passiven Wortschatz zu erweitern. Innerhalb der Kleingruppe werden die Kinder immer wieder zu spontanen Äußerungen ermutigt.
Entsprechend dem neusten Stand der Technik werden diese Kinder auch per Computer zum handelnden Umgang mit Sprache angeregt. So werden auf schulischer Ebene in der Kleingruppe für Sprachförderkinder vielfältige Sprachanlässe geschaffen.
In Kooperation mit dem Kindergarten, der in seiner Weise einen wichtigen Beitrag zu Vorbereitung auf den Schuleintritt leistet, wird auf diesem Wege die Voraussetzung dafür geschaffen, dass diese Kinder den Anforderungen des 1. Schuljahres besser gerecht werden können. "Gerade Kinder im vorschulischen Alter sind fähig und bereit, unendlich viel zu lernen", so die Aussage von Kultusminister Bernd Busemann.
Braunschweiger Zeitung vom 28.04.04