In
unserer Schule wollen wir friedlich miteinander leben. Deshalb gibt es
in jeder Woche eine Stunde "FAUSTLOS". Dabei lernen wir auf einander zu
achten, die Gefühle unserer Mitschüler wahrzunehmen und zu respektieren
sowie eigene Gefühle durch Ich-Botschaften mitzuteilen.
Jeder soll in unserer Gemeinschaft seinen Platz finden.
Mit Rollenspielen üben wir, wie wir Probleme lösen können.
Gemeinsam
denken wir über Lösungsmöglichkeiten nach. Dabei überlegen wir, ob
diese ungefährlich und fair sind. Wir achten auch darauf, dass wir den
anderen nicht verletzen. Danach entscheiden wir uns für einen Weg, von
dem wir annehmen, dass wir damit das Problem lösen können.
Gelingt uns das nicht, suchen wir nach einer neuen Lösung.
Manchmal werden wir auch ärgerlich oder wütend.
Ob
wir dann noch Probleme lösen können? Natürlich nicht! Deshalb lernen
wir in den FAUSTLOS-Stunden auch, wie wir uns erst einmal beruhigen
können. Wir können zum Beispiel tief Luft holen, an etwas Schönes
denken oder langsam rückwärts zählen.
Zusatzinformationen für Eltern:
Die Grundschule Volkmarode
war eine der ersten Grundschulen in Braunschweig, die Faustlos als festen
Bestandteil in ihren Stundenplan aufgenommen hat.
Faustlos ist ein Curriculum,
das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre
soziale Kompetenz erhöhen soll. Es basiert auf dem amerikanischen Programm
Second Step, das vom Commitee for Children in Seattle entwickelt wurde, in den
USA seit vielen Jahren erfolgreich Anwendung findet und zahlreiche
Auszeichnungen erhielt.
Durch Faustlos als
Gewaltpräventionsprogramm lernen Kinder prosoziale Verhaltensweisen auf die
gleiche Weise, wie sie lernen, sich unsozial zu verhalten, nämlich durch
Vorbild, Erfahrung und Verstärkung. Verstärkungen, sowohl beabsichtigte (Lob,
Belohnungen) als auch natürliche (erfolgreiche Problemlösungen), fördern das
Lernen dieser Fähigkeiten.
Faustlos vermittelt alters-
und entwicklungsadäquate prosoziale Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen
Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Diese drei Bereiche
bzw. Einheiten sind in Lektionen unterteilt, die aufeinander aufbauend
unterrichtet werden.
Empathie: Die Kinder lernen,
wie sie Gefühle des anderen wahrnehmen und dessen Perspektive übernehmen
können. Das emotionale Eingehen auf andere Personen ist nicht angeboren. Es
kann erlernt werden.
Impulskontrolle: Hier werden
Strategien vermittelt, wie interpersonelle Probleme mit Hilfe systematischer
Gedankenschritte kognitiv gelöst werden können. Gleichzeitig beinhaltet dieser
Bereich das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten, wie z.B. „sich
entschuldigen“ oder „mitmachen“.
Umgang mit Ärger und Wut:
Faustlos hat das Ziel, die Wahrnehmung, den Auslöser von Ärger und Wut, mit dem
Bebrauch positiver Selbst-Verstärkungen und Beruhigungstechniken zu verbinden.
So können die Kinder über den Vorfall nachdenken und Konflikte adäquat
bewältigen.
Eine ganz zentrale Methode
ist dabei der Einsatz von Rollenspielen. Mit ihrer Hilfe üben die Kinder,
Probleme anders als bisher zu lösen. Die neuen Strategien können ausprobiert,
überprüft und übernommen oder verändert werden.
Auf Fotofolien, die während
des Unterrichts an die Wand projiziert werden, werden Kinder in verschiedenen
sozialen Situationen gezeigt. Eine kurze Geschichte führt in die Situation ein.
Mit Hilfe eines Anweisungsheftes, in dem sich Diskussionsfragen, ein
Vertiefungsteil mit Rollenspiel und andere Übungen zur Übertragung des
Gelernten befinden, führt die Lehrkraft durch die Situation. Außerdem steht den
LehrerInnen auch ein Handbuch mit theoretischem
Hintergrund und zusätzlichen Informationen nebst Elternbriefen zur Verfügung.
Das Faustlos Projekt wird in
Braunschweig gefördert durch BSIEnergy.